
Mainz, 15. Januar 2026 – Unter dem Motto „Demokratie braucht Regeln – Regeln brauchen Verwaltung – Verwaltung braucht angemessene Entlohnung!“ haben Mitglieder der Deutschen Verwaltungsgewerkschaft (DVG) Rheinland-Pfalz gemeinsam mit weiteren Gewerkschaften aus der dbb-Familie am heutigen Donnerstag eine Mahnwache vor dem rheinland-pfälzischen Finanzministerium abgehalten.
Mit der Mahnwache protestieren die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes gegen die Haltung der Arbeitgeber in den laufenden Tarifverhandlungen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL). Zwar finden Gespräche statt, ein konkretes Angebot der Arbeitgeberseite liegt jedoch bis heute nicht vor. Faktisch bedeutet dies weiterhin 0,0 Prozent für die Tarifbeschäftigten – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Beamtinnen und Beamten.
Angesichts der anhaltend hohen Inflation und steigender staatlicher Einnahmen ist dieses Verhalten aus Sicht der Gewerkschaften nicht akzeptabel. Wer verhandelt, aber kein Angebot vorlegt, verweigert echte Verhandlungsbereitschaft und missachtet die Leistung der Beschäftigten, die tagtäglich für einen funktionierenden Staat, einen handlungsfähigen Rechtsstaat und eine stabile Demokratie sorgen.
„Verhandlungen ohne Angebot sind keine echten Verhandlungen. Die Beschäftigten erleben seit Jahren steigende Preise, während die Arbeitgeberseite auf Zeit spielt. Das ist respektlos gegenüber denen, die den Staat am Laufen halten“, erklärte Friedrich Berg, Landesvorsitzender der Deutschen Verwaltungsgewerkschaft Rheinland-Pfalz, bei der Mahnwache.
Die DVG Rheinland-Pfalz fordert die Landesregierung – insbesondere das Finanzministerium – nachdrücklich auf, ihrer Verantwortung innerhalb der TdL gerecht zu werden und endlich ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Eine leistungsfähige Verwaltung braucht motivierte Beschäftigte – und Motivation entsteht nicht durch Stillstand, sondern durch Anerkennung und faire Bezahlung.
Hintergrund: Die Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes fordern für die Beschäftigten der Länder unter anderem eine Erhöhung der Tabellenentgelte der Beschäftigten um 7 Prozent, mindestens um 300 Euro monatlich sowie eine Erhöhung der Azubi-/Studierenden/ Praktikantinnen/Praktikanten-Entgelte um 200 Euro. Von den Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) sind etwa 3,5 Millionen Beschäftigte betroffen: direkt ca. 1,1 Millionen Tarifbeschäftigte der Bundesländer (außer Hessen), indirekt ca. 1,4 Millionen Beamtinnen und Beamte der entsprechenden Länder und Kommunen sowie rund eine Million Versorgungsempfängerinnen und Versorgungsempfänger.